Quo vadis Deutschland

Machivelli hin und her, letzlich ist es ein Begriff aus der Zeit der Erfassung von Ideen, die schon seit Jahrteusenden zum Wesen des homo sapiens gehören. Der Zweck heiligt die Mittel.
Aber wir leben heute in einer anderen Welt, mit anderen Bedingungen. Der homo sapiens, der verständige Mensch, handelt nicht mehr verständig (vernunftmäßig). Hierzu hat der Tagesspiegel eine Buchvorstellung veröffentlicht. Dies möchte ich unseren Mitgliedern und Mitkämpfern zur Kenntnis bringen.
Sasito - Systemsturz TS 26-10-2023.pdf (1,2 MB)

Ergänzend hierzu die Rezension zum neuen Asterix-Band.
Asterix und Obelix Band 40 - 26-10-2023.pdf (1,4 MB)

Welche Schlüsse könne wir daraus ziehen?

war ein solcher nur in den Elfenbeintürmen der realitätsentrückten Wissenschaftlern.
Wer Augen hat, weisst, wir sind jmmer noch die nackten, zänkischen Affen.

Roman, gönne doch dem zänkischen, auf den eigenen Vorteil bedachtem Affen eine Bewusstseinserweiterung.

Die Welt schreckt auf hinsichtlich des zunehmenden Autoritarismus verbunden mit zunehmenden Nationalismus und Rassismus. Es werden soziologische Studien erhoben, um die Ursachen des um sich greifenden Illiberalismus zu ergründen oder zu erklären. Es werden Bücher und Essays verfasst, die die Entwicklung der schamlosen Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse zu erklären versuchen. Bei meinen Recherchen bin ich auf das Buch „Gekränkte Freiheit“ von Carolin Amlinger und der Oliver Nachtwey aufmerksam geworden. Es beschäftigt sich mit Aspekten des libertären Autoritarismus (Buchcover Suhrkamp Verlag / Hintergrund picture alliance/dpa / Andreas Rosar). Letztlich ist es der falsch verstandene Begriff des Liberalismus. Dieser Liberalismus mutierte zu einem rein individuell ausgelegten Liberalismus. Es wird von einem schwachen Staat gefaselt, dabei wird vergessen, dass eine funktionierende Gesellschaft nur mit Regeln, die für alle in gleichem Masse gelten, existieren kann. Die Durchsetzung des Liberalismus für Alle kann nur von einem auf Balance ausgerichtetem Staat garantiert werden. Die heutige Gesellschaft bezieht diese Gleichheit auf eine rein materielle Basis. Es herrscht ein radikaler individueller Freiheitsbegriff vor.

Der spanische Philosoph Santayana hat den Satz geprägt: „Wer aus seiner Vergangenheit nichts gelernt hat, muss sie noch einmal erleben.“

Dazu passt das am 17.10.2023 im Rohwohlt Verlag erschiene Buch: „Mensch sein. Von der Evolution für die Zukunft lernen.“

In dem Interview: Viel Krieg, kaum Frieden: Was ist in der Menschheitsgeschichte schief gelaufen?
Fast 300.000 Jahre lebten die Menschen kooperativ zusammen. Heute herrschen Gewalt, soziale Ungleichheit, Rassismus. Warum ist das so? Und kann man das ändern? Ein Gespräch mit dem Historiker und Autor Kai Michel. Von Lisa Lamm - Veröffentlicht am 18. Okt. 2023, 13:00 MESZ, werden einige Aspekte angeführt, die uns zum aktiven Handeln auffordern. So die letzte Frage:

  • Wie kann uns das denn gelingen? In Iran gehen die Menschen auf die Straße – und werden reihenweise hingerichtet. Auch gegen den Klimawandel wird weltweit protestiert, mit wenig Erfolg. Das Bewusstsein ist also da – aber mit welchen Instrumenten kann eine solche Änderung herbeigeführt werden?

Der Protest gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt ist Teil unserer ersten Natur. So nennen wir unsere Steinzeitpsychologie, in die Fairness und Kooperation eingeschrieben sind. Deshalb haben Menschen immer gegen Despoten revoltiert. Leider waren die Unterdrücker oft zu mächtig. Heute wissen wir aber: Herrschaft und soziale Ungerechtigkeit sind weder gott- noch naturgegeben, sondern das Produkt historischer Prozesse.

Wir sind keine Politiker, wir möchten mit unserem Buch einen Kompass liefern, der die Richtung weist, welche gesellschaftlichen Verhältnisse Menschen eher entsprechen. Wir sind frei, Gesellschaften so gerecht wie möglich zu gestalten und allen die gleichen Chancen einzuräumen. Und wir gehen sogar so weit zu sagen: Es ist unsere verdammte Pflicht, das zu tun.

Tina hat richtigerweise einmal klargestellt, dass ausgerechnet DiB das sein soll, eine eher eine der unbedeutsamsten Parteien…
Gerade weil wir anders denken sollen könnte das so sein. In unserer Einführung zum BGE haben wir den Satz geprägt: „Mehr Wir, weniger Ich“. Das war 2019.
Das müssen wir, DiB, propagieren!

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Sind wir der Gamechanger? Können wir das sen?

kaum.

Noch ist der Trend anders:
Positionen zu Haufen Krisen spalten, was hätte solide Werte vermitteln können.
Profiteure sind Populisten.
Etablierten müssten noch weiter erodieren bis Mitte wach wird - was wieder mal zu spät werden könnte.

Hilft nur allg. Ekel vor Populisten - wie in Polen.
Dann gibts Bündnisse …und, wie die Geschichte lehrt - wieder Zoff.
Affig eben.

Roman, das Wort „kaum“ zeigt eine Resignation oder liege ich da falsch?

Sind wir auf dem Weg zum Autoritarismus?

Was ist uns unsere demokratische Grundordnung noch wert?

Ist unsere gesellschaftliche Realität noch vereinbar mit den Idealen und Zielen unseres Grundgesetzes?

Haben wir noch einen Blick für den Nachbarn?

Sind unsere staatlichen Institutionen noch für den Bürger, für uns, tätig oder sind sie nur Selbstzweck?

Welche Antworten hat DiB für diese Fragen?

Wie sagte Einstein, ich kann mit den Mitteln, die die Krise verursacht haben die Probleme nicht lösen. Die Etablierten wollen ihre Pfründe erhalten. Auf Teufel komm raus. Die Etablierten werden auch nach einem Crash etabliert sein.

Ergänzend zu meinem letzten Beitrag möchte ich Euch folgendes zur Kenntnis bringen.
Ein Vergleich mit der neuen Wagenknecht-Partei ist nicht beabsichtigt, aber nicht ausgeschlossen.

Aus dem Programm des Bunsdeskanzlers Schlämmer:
Das Ziel: Bundeskanzler werden. Sein Motto: „Wat die andern nich können, dat kann ich auch!“. Ob aus Spaß oder aus Verzweiflung: Schlämmers „konservativ-links-liberales“ Programm mit Forderungen à la „bedingungsloses Grundeinkommen“ von 2500 Euro monatlich von Geburt an oder „Schönheits-Operationen auf Krankenschein“ scheinen beim Wähler anzukommen.

Was unterscheidet Horst Schlämmer von unserer derzeitigen politischen Elite???

Aus dem Tagespeigel vom 29.10.23 zum Thema 100 Jahre Demokratie in der Türkei mit Bezug auf die Ideen von Atatürk möchte ich Euch folgenden Auszug zur Kenntnis bringen: "Die Frage lautet: Inwieweit dürfen Demokratien Strömungen tolerieren, die sie abschaffen wollen? Ist nicht vorauszusehen, dass eine Partei, die sämtliche Möglichkeiten der Demokratie nutzt, um an die Macht zu kommen, ihren Gegnern eben diese Möglichkeiten verwehren wird, sobald sie an der Macht ist?

Als wir diese Fragen vor 20 Jahren stellten, sagten die Liberalen, die Absicht einer vom Volk gewählten Partei zu hinterfragen, sei mit der Demokratie unvereinbar. Heute fragen wir uns: „Wo lag unser Fehler?“ Ich hoffe, die Welt im Allgemeinen, Europa und Deutschland im Besonderen ziehen ihre Lehren aus dieser bitteren Erfahrung."
Ich sage nur „AfD“ oder ???

Sahra Wagenknecht, eine Kommunistin der letzten Stunde, die noch kurz vor dem Ende der DDR in die SED eintrat, könnte zum Sargnagel unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung werden.

Welche Ziele verfolgt sie tatsächlich?

Sie hat sich in 2020 explizit gegen ein BGE positioniert. Hier der Auszug aus dem Interview:
„Bedingungslose Grundeinkommen entlässt die Politik aus der Verantwortung
Mit einem BGE würde man die Politik aus der Verantwortung entlassen, für Vollbeschäftigung zu sorgen. Man würde Unternehmen aus der Pflicht entlassen, existenzsichernde Löhne zu zahlen und zur paritätischen Finanzierung der Sozialkassen beizutragen. Statt mit einem BGE die brüchig gemachten Säulen unseres Sozialstaats zum Einsturz zu bringen, sollten diese Säulen auch von den ökonomisch Stärkeren mehr als bisher getragen werden. Unter anderem müsste das gesetzliche Rentenniveau deutlich angehoben, die Pflegeversicherung ausgebaut, der Schutz für Solo-Selbstständige verbessert werden. All dies wäre kein Problem, wenn man Selbständige in die gesetzlichen Sozialversicherungen einbezieht und – wie in Österreich – den Arbeitgebern etwas mehr abverlangt.“

Was im ersten Blick für Stärkung des Sozialstaates klingt, ist nichts anderes als die Gegebenheiten im Detail zu ändern. Sie ist eine Blenderin.

Sie mag wirtschaftliche Zusammenhänge gut darstellen, die aber nur von ihrem Nationalbolschewismus ablenken soll. Sie lebt weiter in ihrem Bolschewismus sowjetischer Prägung.

Allein der Begriff der „Diktatur des Proletariats“ beinhaltet Einschränkung der Meinungsfreiheit, der demokratischen Grundordnung.

Gehart Baum:
Ich bin kein Fan der FDP, aber dieser Mann sagt vieles wichtige. Und er teilt meine Befürchtungen:

Einziger Gast und dauert ca. 45 min.

Herr Baum fordert in diesem Interview mit Markus Lanz, dass die FDP eine Initiative starten solle für unsere freiheitliche Gesellschaft. Ein sinnvolle Forderung oder nur eine Floskel, die das Wort Freiheit zum Inhalt hat. Nur weil die FDP das Wort Freiheit (Liberal) im Namen führt, bedeutet dies, dass sie auch das Wort Freiheit (freiheitlich, liberal o.ä.) im Sinne der ursprünglichen Definition der Aufklärung auslegt. Hanna Ahrendt hat in einem ihrer Ausführungen einmal geschrieben, dass wir die Freiheit haben frei zu sein.

Welche Freiheit meint Herr Baum, wenn er im Interview von einer Verständigungsgemeinschaft spricht? Welche Freiheit vertreten die „Freien Demokarten“, wenn Herr Lindner von weniger Staat fabuliert, weniger Regeln und imperativ die individuelle Freiheit fordert. Ist das nicht Systemverachtend und leistet damit Vorschub für eine zersplitterte Öffentlichkeit?

Unter Nr. 27 dieses Threads habe ich das Buch „Gekränkte Freiheit“ als Lektüre empfohlen.

Auf Seite 11 dieses Buch wird ausführlich von Freiheitskonflikten gesprochen. So steht dort: „Freiheitskonflikte - In vielen Auseinandersetzungen der Gegenwart kommt irgendwann der Punkt, an dem jemand auf das Recht der individuellen Freiheit pocht. Doch was hier verteidigt wird, ist ein anderer Freiheitsbegriff als der, den sich das aufstrebende Bürgertum und die Arbeiterbewegung einst auf die Fahnen geschrieben hatten. Der Ruf nach Freiheit richtete sich damals gegen die absolutistische Monarchie, gegen feudale Abhängigkeiten, die Herrschaft der Kirche und der Zünfte, gegen die staatliche Zensur. Der Begriff der Freiheit war verbunden mit der Forderung nach

gleichen Bürgerrechten, etwa nach Meinungsfreiheit und dem allgemeinen Wahlrecht. Heute sind die Freiheitsrechte, die einen Schutz vor staatlicher Willkür bedeuten, weitgehend realisiert.“

In der Gegenwart wird vielmehr ein Freiheitsverständnis sichtbar, dass jede staatliche und gesellschaftliche Übereinkünfte als äußere Beschränkungen betrachtet, die die eigene

Selbstverwirklichung auf illegitime Weise eingrenzen.

Dieser Weg wird zwangsläufig in einen Autoritarismus führen.

Aber Herrn Baums Freidemokraten tragen einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung.

Ja, was die FDP betrifft gebe ich dir absolut Recht. Herr Baum spricht in diesem Interview über viele Dinge, die längst nicht so in seiner Partei gesehen und gehandhabt werden.
Eigentlich müsste er austreten.

Sind wir auf dem Weg Italiens?
Georg Seeßlen arbeitet als freier Autor, Feuilletonist und Filmkritiker; er lebt im Allgäu.
Er hat den Artikel: „Italien als Lehrstück für Europa: Gesellschaft als Beute“
Veröffentlicht am 24.08.23 bei:

Von Georg Seeßlen | 2023-08-24 | Thema
Italien ist keine Demokratie mit einer rechten Regierung, sondern ein Musterbeispiel für das Zusammenspiel von postdemokratischem Neoliberalismus und Faschisierung der Gesellschaft. In der EU wird diese Entwicklung weitgehend ignoriert – auch weil es der Regierung Meloni noch gelingt, nicht alle Elemente ihrer Machtergreifung deutlich sichtbar werden zu lassen.

Fünf Gründe für den Erfolg der italienischen Rechten:

1. 	Gestiegener Organisationsgrad der neofaschistischen Bewegung.
2. 	Verknüpfung der drei Fraktionen des Rechtsextremismus: Faschismus, Populismus und libertärer Neoliberalismus.
3. 	Drift des konservativen Kleinbürgertums nach rechts.
4. 	Bereitschaft der staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen, sich den Rechten zu öffnen und anzudienen.
5. 	Lähmung und Selbstbeschränkung der gesellschaftlichen Mehrheit.

Beispiele gibt es in Europa genug. Siehe Polen, Ungarn, etc. Das Erstarken des Rechtsextremismus ist auch bei uns deutlich spürbar.
In dem Artikel wird subtil die Vorgehensweise Meloni´s und ihrer faschistischen Gefolgsleute beschrieben.
In Thüringen erreicht die AfD nach neusten Umfragen mittlerweile 34%. Wie weit ist Bayern davon entfernt, wenn man AfD und Aiwanger´s FW zusammenfasst? Das sind 30,4 %!

grafik

Im neoliberalen Sinn bedeutet Freiheit in erster Linie die Befreiung (Freiheit) von Steuern. Diese Freiheit ist nur gut für Reiche. Für die Anderen bedeutet es die Kürzung staatlicher Hilfe, denn dafür ist gerade kein Geld da, tut uns wirklich sehr leid. :crocodile: :disappointed_relieved: Dann weinen die Politiker wieder Krokodilstränen.

Der Publizist Michel Friedman sagt: „Die schlechteste Demokratie ist immer noch besser als die beste Diktatur.“

Wir in Europa sind gerade dabei die Demokratien abzuschaffen. Stück für Stück. Schritt für Schritt.
Manche denken, unsere Demokratie ist immer noch stark genug, um uns
gegen eine nationalsozialistische Regierung zu schützen. Ich glaube das nicht.

Unsere Partei denkt, mit dem Losverfahren könnten wir die demokratische Schieflage auffangen. Teilweise jedenfalls. Das dachte ich auch mal, aber inzwischen meine ich, Systemnuancen sind sekundär.
Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass das wirkliche Problem die soziale Schieflage in unserem Land ist.
Die Probleme greifen inzwischen bereits weit in den Mittelstand. Und wo sie noch nicht sind, da sitzt den Menschen die Zukunfts-Angst im Nacken.

Seit Jahren wird dieses große Problem nicht wirklich ernstgenommen. Selbst bei DiB nicht.
Klimakrise, was ein wichtiges Thema! Ja, aber es fällt scheibchenweise in den
Papierkorb. Weil nur zufriedene Menschen einen freien Kopf für Probleme haben, die außerhalb ihres täglichen Lebenskampfes liegen.
Und mit Zufriedenheit meine ich keine Reichtümer. Sondern einfach ein ausreichend gefüllter Kühlschrank, ein dem Bedarf entsprechendes normales Kleiderarsenal, eine warme Wohnung, überhaupt eine bezahlbare Wohnung und zwar auch in den Städten, bezahlbaren Strom, vielleicht einmal im Jahr ein kleiner Urlaub, auch Teilhabe am Leben: Kino, Konzert, kleine Ausflüge … . Jenen die darauf angewiesen sind, ein kleines Auto vor der Tür.
So war das Mal.
Und heute:

  • Wo ist der Lohn, von dem man, eine Familie zufriedenstellend leben kann?

  • Wo ist eine bürokratiefreie lebensechte Mindestrente?

  • Wo bleibt die Scham der Politik, sich besten Gewissens darauf zu verlassen, dass die Archen das Schlimmste schon wuppen?

  • Studentenbuden, die in einem Preissegment liegen, das in keinem Verhältnis mehr steht

  • das bafög ist seit langem viel zu knapp und viele fallen durch das Raster - jetzt soll es noch gekürzt werden - was dadurch Talente verlorengehen - und dann weinen, weil wir nicht genügend ausländische Fachkräfte ins Land bekommen

  • von Chancengleichheit sind wir so weit entfernt, dass es ein Witz ist, wenn ein Politiker dieses Wort nur in den Mund nimmt

  • Schulen marode und ohne ausreichend Lehrpersonal

  • zunehmende Verrohung überall

  • Wir verwehren den Ukrainern den Zugang zur EU, weil sie zu korrupt sind. Ernsthaft? Sollten wir bei den Siegerehrungen für Lobbyismus und Korruption nicht selbst auf dem Treppchen stehen?

  • statt dessen werden die Großkonzerne gepampert, die Wirtschaft steht über allem

  • und während sich die einen bereichern, verlieren die anderen Halt und Boden

  • und um davon abzulenken werden die einen Kleinen gegen die anderen Kleinen aufgehetzt - zur Zeit sind die vielen Flüchtlinge die Zielscheibe, ein anderes Mal sind es die faulen Arbeitslosen oder gar die Geringverdiener mit ihren Neiddebatten. Das heißt, es werden absichtlich Menschengruppen diffamiert.

„Quo vadis Deutschland?“ Ich würde sagen, mit Riesenschritten verlassen wir die Demokratie. Die echte, meine ich und nicht diese gewählten Pseudo-Demokratien eines Orban und wie sie alle heißen.

Ich male zu schwarz? Nein. Lest mal die Bücher, wie die Nazis an die Macht kamen. Da wird euch schlecht, wie vergleichbar damals und heute wirklich sind.

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Gehen wir mit großen Schritten auf eine Wiederbelebung einer „Großen Koalition“ zu? Diese Koalition war tot und es mag wenig Sinn ergeben sie wiederzubeleben. Wie sagt ein altes Sprichwort der Dakota-Indianer: „Wenn Du entdeckst, dass Du einen totes Pferd reitest, steig ab.“

Zu diesem Problem hat der bundesdeutsche Amtsschimmel des Verwaltungsmanagements verschiedene Regeln aufgestellt, wie mit dem Sachverhalt eines Rittes auf einem toten Pferd verfahren werden soll:

Aus der Abteilung „Modernes Verwaltungsmanagement“

Fallbeispiel

„Ein totes Pferd reiten“

Erfolgsstrategien für die moderne Verwaltungsführung


Eine uralte Weisheit der Dakota-Indianer besagt:

„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Diese Einstellung ist geprägt von Resignation und Passivität und damit kein Vorbild für uns. Na ja, was verstehen die Sioux auch schon von Pferden?

Da sind wir weiter. Wir als hochqualifiziertes Führungspersonal in der kommunalen Verwaltung haben für derartige Situationen zahlreiche erfolgsorientierte Strategien und zielführende Methoden entwickelt:

• Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“

• Wir weisen den Reiter an, sitzen zu bleiben, bis das Pferd wieder aufsteht.

• Wir stellen dem Reiter eine Beförderung in Aussicht.

• Wir ordnen Überstunden für Reiter und Pferd an.

• Wir schließen mit dem Reiter eine Zielvereinbarung über das Reiten toter Pferde.

• Wir gewähren dem Reiter eine Leistungsprämie, um seine Motivation zu erhöhen.

• Wir schicken den Reiter auf ein Weiterbildungsseminar, damit er besser reiten lernt.

• Wir organisieren regelmäßige Teamgespräche mit einem externen Supervisor, um die Kommunikation zwischen Reiter und totem Pferd zu verbessern.

• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darauf hinweisen, dass das Pferd tot ist, werden als Bedenkenträger angeprangert und zu Motivationsseminaren „Positiv denken in der Verwaltung“ angemeldet. (Vorschlag von Andrea Hofer)

• Wir praktizieren „Lean-Horse-Management“, d.h. wir führen Schulungen mit dem Reiter durch, um das tote Pferd mit Hilfe einer optimierten Ernährung von überflüssigen Pfunden zu befreien. (Vorschlag von Thomas Brinkmann)

• Wir schlagen dem Personalrat vor, Leistungsanreize für tote Pferde einzuführen.

• Wir erläutern dem Pferd, dass sein Verhalten zur Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen führen könnte.

• Wir sourcen den Stall für tote Pferde aus, um Futterkosten zu sparen. (Vorschlag von „asterio“)

• Wir setzen den Reiter um und schreiben die Stelle verwaltungsintern aus.

• Wir schreiben die Stelle des Reiters des toten Pferdes bundesweit aus, nachdem sich aus dem eigenen Haus kein qualifizierter Bewerber gefunden hat.

• Wir besorgen eine größere Peitsche.

• Wir verdoppeln die Futterration für das Pferd.

• Wir wechseln den Pferdelieferanten.

• Wir wechselnd den Futterlieferanten.

• Wir wechselnd das Stroh im Stall aus.

• Wir lassen den Stall renovieren.

• Wir schließen mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung über den Einsatz toter Pferde in der Verwaltung.

• Wir berufen einen ämterübergreifenden Arbeitskreis, um das tote Pferd zu analysieren.

• Wir besuchen andere Verwaltungen, um zu sehen, wie man dort Pferde reitet.

• Wir stellen fest, dass die anderen auch versuchen, tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand.

• Wir schließen uns einem interkommunalen Vergleichsring an, um entsprechend dem best-practice-Gedanken das tote Pferd zu optimieren.

• Wir bringen im Rahmen des Budgets die Produkt- und die Finanzverantwortung des toten Pferdes zur Deckung.

• Wir starten einen verwaltungsinternen Ideenwettbewerb zum Reiten toter Pferde.

• Wir ernennen einen Verwaltungsmitarbeiter zum Beauftragten für das Totepferdewesen.

• Wir beauftragen eine renommierte Beratungsfirma mit einem Gutachten, ob es billigere und leistungsfähigere tote Pferde gibt.

• Das Gutachten stellt fest, dass das tote Pferd kein Futter benötigt und empfiehlt, nur noch tote Pferde zu verwenden.

• Ein Ergänzungsgutachten ergibt, dass die Leistung des toten Pferdes etwa doppelt so hoch ist wie die Arbeitsleistung eines durchschnittlichen Beamten und empfiehlt die Verbeamtung des Pferdes. („Häh???“)

• Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.

• Wir lassen das tote Pferd nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren.

• Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.

• Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.

• Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.

• Zur Steigerung der Effizienz stellen wir einen Antrag auf Förderung beim Bund und schreiben öffentlich ein Upgrade „Totes Pferd 2.0“ aus. (Thomas Dieckmann)

• Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie gemeinsam schneller werden.

• Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht doch motivieren könnte.“

• Wir beantragen Fördermittel der EU aus dem Landwirtschaftsfond für Pferdehaltung.

• Alternativ schlagen wir vor, das tote Pferd als EU-Kommissar nach Brüssel zu berufen.

• Wir erklären: „Wenn man das tote Pferd schon nicht reiten kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen“.

• Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.

• Wir überarbeiten die Dienstanweisung für das Reiten von Pferden.

• Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

• Wir weisen darauf hin, dass im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements das tote Pferd als bewegliches Anlagevermögen zu bewerten ist.

• Wir definieren ein eigenes Produkt „Reiten toter Pferde“.

• Wir erstellen eine Power-Point-Präsentation, um zu zeigen, was das Pferd könnte, wenn es denn nicht tot wäre.

• Wir bilden innerhalb der Verwaltung ein neues Sachgebiet mit Integration aller toten Pferde, um Synergieeffekte zu nutzen.

• Wir überlegen die Gründung einer kommunalen GmbH für tote Pferde, nachdem die Einrichtung eines optimierten Regiebetriebes bzw. eines Eigenbetriebes keinen Erfolg brachte.

• Wir suchen einen finanzstarken Partner aus der Privatindustrie und gründen zusammen mit dessen toten Pferden ein Public-Private-Partnership-Projekt.

• Wir tauschen das tote Pferd gegen ein anderes totes Pferd aus, das laut Produktbeschreibung schneller läuft.

• Wir tauschen das tote Pferd gegen eine tote Kuh aus.

• Wir erschießen alle lebendigen Pferde, um die Chancen unseres toten Pferdes zu erhöhen. (Vorschlag Thomas Vogler)

• Im Rahmen eines internationalen Artenschutzabkommens verpflichten sich alle Partner, das Aussterben toter Pferde zu verhindern. (Anregung Heide Stan)

• Wir kündigen nach Anhörung des Personalrates dem Pferd fristlos, da es sich um einen klaren Fall von Arbeitsverweigerung handelt.

• Wir verklagen das Pferd zivilrechtlich auf Schadensersatz wegen Nichterbringung einer zugesicherten Leistung.

• Wir gründen ein Crowdfunding-Projekt, damit Andere auch die Chance erhalten, ein totes Pferd zu reiten. (Thomas Dieckmann 2018)

• Wir lassen „Totes Pferd“ patentieren und markenrechtlich schützen, damit wir Nachahmer zur Kasse bitten können. (Thomas Dieckmann 2018)

• Wir wenden die Helmut-Kohl-Strategie an: Wir setzen uns hin und warten sechzehn Jahre, ob das Pferd sich nicht einfach nur tot stellt.

• Wir wenden die Gerhard-Schröder-Strategie an: Wir schnallen dem toten Pferd einen leichteren Sattel um, damit es die Chance hat, sich wieder von selbst zu erholen.

• Wir wenden eine der beiden Angela-Merkel-Strategien an:

a) Alle dürfen munter sich widersprechende Vorschläge machen und am Schluss ist der Koalitionspartner schuld, wenn das Pferd sich nicht bewegt.

b) Erst fordern, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden muss, dann das tote Pferd als alternativlos präsentieren und ihm danach das Vertrauen aussprechen (Holger Emden).

• Wir erklären, daß ein totes Pferd von Anfang an unser Ziel war.

• Wir behaupten, das tote Pferd sei von den Vorgängern beschafft worden. (Thomas Dieckmann 2018)

• Wir legen das tote Pferd bei jemand anderem in den Stall und erklären, es sei seines.

• Wir leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben.

P.S.: Eine weit verbreitete Handlungsmaxime in der Praxis lautet:

„Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel - es könnte ein langer Ritt werden!“

(Frank Menzel 2008)

Aber Spaß beiseite, die Angelegenheit ist ernst genug. Der Möchtegern-Kanzlerkandidat Söder erklärt die Grünen als Gefahr für die Demokratie, sein Kumpel im Geiste, Aiwanger, stößt ins gleiche Horn mit noch populistischeren Äußerungen – links-grün-versifft-, Merz erklärt die Grünen zum Hauptgegner. Merz trifft sich mit Scholz um einen „Deutschland-Pakt“ auszuloten und bietet sich, d.h. die Christliche Union der Reiter von toten Pferden, dazu noch als Koalitionspartner an.

Hat man so viel Angst vor den rechten Extremisten, die ihre Politik auf Angst schüren gründen?

Eine seit 10 Jahren gut funktionierende Koalition aufzugeben, weil die sinkende SPD der geschmeidigere Partner sein könnte?

Im heutigen Tagesspiegel, 11.11.2023, wurde im Leitartikel dieses Thema aufgegriffen. So als Schlussaussage: „Genau diese Krisen und Kriege erfordern eine Regierung, die ihren Auftrag erfüllt. Nämlich gemeinsam zu regieren, statt sich permanent selbst zu blockieren, zu zerstreiten, zu misstrauen.

Manchmal übrigens ist es gar nicht nötig, einen Koalitionswechsel über Monate zu planen, vorzubereiten. Manchmal diktieren Ereignisse einen solchen Schritt. Manchmal fällt eine Regierung schlicht in sich zusammen.

„Die Schnittmengen sind einfach größer“, sagte Boris Rhein am Freitag über seinen künftigen Regierungspartner, und: „Jede Zeit hat ihre Herausforderungen.“ Mit diesen beiden Sätzen ließe sich eine Koalition von SPD und Union im Bund allemal begründen.“

Welche der o.a. Regeln des Amtes für Verwaltungsmanagement kann hier angewandt werden?

Wir ignorieren, dass das Pferd tot ist und weisen den Reiter an zu warten bis das tote Pferd wieder aufsteht.

Ich denke, es sind aber alle Maßnahmen möglich.

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Hallo @Goldi50, ich habe herzlich über deine Vorschläge über den Umgang mit toten Pferden gelacht, aber einen habe ich noch um es auf die Spitze zu treiben: Mitarbeiter*innen, die anmerken dass das Pferd tot ist, werden in die Psychatrie geschickt und wegen notorischem Querulantentum entlassen, im günstigsten Fall für die Mitarbeiter*innen gehen sie in Frührente wegen einer psychiscen Erkrankung. Das sollte genug abschreckende Wirkung haben.

Ernsthaft denke ich dass @Dagmar recht hat. Das drängenste Problem sind die Preisssteigerungen und dass viele Menschen die lebensnotwendigen Dinge nicht mehr bezahlen können. So kann man auch den Klimawandel nicht bewältigen.

Apropo tote Pferde: es wird höchste Zeit, dass Christian Lindner und die FDP endlich erkennen, dass die Schuldenbremse ein totes Pferd ist.

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Miri, auf den ersten Blick sind die Verwaltungsmanagementmethoden zum schmunzeln geeignet.
Sind wir aber mal ehrlich. Sind nicht viele der „Maßnahmen“, wenn nicht so gar alle, aus dem alltäglichen behördlichen Wahnsinn ersichtlich?
Ich habe viel mit Behörden zu tun und kann nur bestätigen, dass die Mehrzahl der behördlichen Vorschriften diesen Maßnahmen entsprechen. Denk doch nur mal an den Wust an Umsatzsteuervorschriften. Seehofer hat mal gesagt, dass der Gesetzgeber die Gesetze und Vorschriften so formulieren soll, dass sie insgesamt unverständlich wirken. Dieser Satz kann aber zur Selbsttötung, siehe totes Pferd, werden, wenn die Vorschriften selbst nicht mehr von den Sachbearbeitern in Gänze verstanden, geschweige denn dem Sinne nach begriffen werden.

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Dagmar, die soziale Spaltung ist der Amboß auf dem unsere Demokratie, unser demokratischer Zusammenhalt der Gesellschaft zerschmettert wird. Der Schmiedehammer wird nicht von den Rechtsradikalen geführt, sondern von den sich von der Bevölkerung sich entfernenden politischen Beamten. Dazu gehören die Verwaltungsleitungen der Kommunen, Landkreise und Regierungspräsidien.
Compliance wird überall im Mund geführt aber nicht danach gelebt.
Und solange Verstoß gegen den Amtseid eines „Beamten“ keine strafrechtliche Flgen hat, sollte mehr Wert auf die „politische Verantwortung“, wie sie nioch bis in späten siebziger Jahre vorhanden war, gelegt werden. Siehe den Cum-Ex-Skandal, indem nicht nur Scholz in Hamburg verwickelt war sondern auch Dr. Schäuble als Finanzminister versagt hat. Er viel zu spät und erst auf Druck der Öffentlichkeit, sprich der „Mainstreammedien“ darauf reagiert. Und Heute, man löst die Abteilung auf, die federführend für die Ermittlungen war. Was hinterlässt das für einen Eindruck?

Wie sagt man so schön: Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht!

Vielleicht muss sich alles erst so zuspitzen, vielleicht muss erst alles zusammenbrechen,
damit man darauf wieder neu aufbauen kann.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung mehr, wie man den Irrsinn stoppen soll.
Ich war noch nie so ratlos.

Das sind nicht nur die Beamten, egal welcher Couleur. Das geht von einer nimmersatten Wirtschaft über ein zugrunde bürokratisiertes Land bis hin zu völlig unfähigen Politikern.
Und unschuldig ist das Volk auch nicht. Die haben diese Leute gewählt und/oder in ihre Posten gehoben. Und statt ihre Gehirnsynapsen einzuschalten, rennen sie Schwaflern und Rattenfängern hinterher.

Dagmar. Du sprichst ein großes Wort gelasen aus!

Wie jeder Drogensüchtige muss man erst im Dreck enden bevor man aufsteht und neu anfängt.

Aber wir sind ein „Volk“ von 84 Millionen Menschen.
Haben wir die Berechtuigung für alle zu sprechen?
Viele verstehen die Zusammenhänge nicht, können sie nicht verstehen, weil ihnen die Zugänge zu alternativen Infirmationen fehlen.
Ich kann und mag „Scholz und Konsorten“ nicht bewerten, aber ich meine es mangeld ihnen an Umfassendem Gedankengut. Sie denken zu eindimensial und nicht nachhaltig.