Quo vadis Deutschland

Du hast recht, vieles ist Programm. Das haben wir doch immer so gemacht.

Auch das Beispiel, das ich gebracht habe, ist nicht aus den Fingern gesogen, es hat einen realen Hintergrund. Bei einer hessischen Finanzbehörde hat ein Steuerfahnder Steuerhinterziehung in großem Stil aufgedeckt, bei einer großen Firma. Aber statt die Firma zu verklagen wurde der Steuerfahnder in die Psychatrie geschickt und frühverrentet, nur weil er die Wahrheit gesagt hatte, es war vollkommen absurd. Offenbar war die Wahrheit nicht erwünscht.

Ich vermute, das ist kein Einzelfall.

Es sind nie alle, lieber Dieter, nicht mal bei den Politikern, aber es sind leider doch so viele, dass sie Verheerendes anrichten können und vermutlich auch werden.

Die Nazipartei damals:


image

(Artikel aus der Zeit online 2012)

Es braucht nie alle, um unterzugehen.

Aus der Frankfurter Rundschau:

3 „Gefällt mir“

Dagmar, Geschichte ist das Erfassen des Vergangenen. Santayana, ein spanischer Philosoph, hat den Satz geprägt, dass wer die eigene Vergangenheit vergisst, muss sie nochmal erleben. Deine Ausführungen aus den Jahren Ende der zwanziger Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts sind ein wichtiger Hinweis. Dass die SPD keine glückliche Rolle gespielt hat ist bekannt und wird leider verklärt, weil einige Wenige weggesperrt wurden. Ab Januar 1933, als man glaubte, man könne das extreme Gedankengut eingrenzen war dem „Staatsterror“ die Tür geöffnet worden die Gesellschaftsform umzugestalten. Das erleben wir heute in einigen Staaten Europas wieder. Die Demokratie wird benutzt um sie zu pervertieren. Dem Namen nach eine Demokratie, im Wesen aber eine Autokratie, die sich langsam aber sicher zu einer faschistoiden Diktatur verpuppt. Alles zum „Wohle der Bürger“???

Jetzt möchte ich die Frage stellen: “ Was haben wir für eine Form der Demokratie?“

Soziale ,liberale oder libertäre Demokratie? - Normative Demokratiekonzepte

  • Die liberale Demokratie zeichnet sich durch grundlegende Charakteristika wie freie, gleiche und geheime Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und die Geltung der Menschrechte aus. Damit bietet die liberale Demokratie einen weiten Rahmen, in dem zwei höchst unterschiedliche Konzepte von Demokratie Raum finden:
  • Libertäre Demokratie und Soziale Demokratie.

Während die libertäre Demokratie vor allem auf die politischen und bürgerlichen Grundrechte abzielt und damit den Schutz individueller Freiheit vor staatlicher und gesellschaftlicher Willkür betont, fragt die soziale Demokratie nach den Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Einzelne ihre Freiheit auch tatsächlich leben können.

Neben den politischen und bürgerlichen Grundrechten nimmt sie deshalb auch soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte in den Blick. Denn nur wenn ein Mindestmaß an sozialer Gleichheit vorhanden ist, besteht auch die Chance auf gleiche Freiheit.

In der Debatte auf die beiden Redebeiträge wurde die Aktualität beider Positionen diskutiert. Hierbei war besonders interessant, dass Prof. Vorländer die Bankenrettung und die neoliberale Gesundheitspolitik gerade nicht als liberal, sondern als protektionistisch bzw. anarcho-liberal beschrieb.

Die soziale und wirtschaftliche Grundgleichheit ist nach wie vor tragendes Fundament sozialer Demokratie, so Thomas Meyer. Hierbei von Bedeutung sei auch die Anerkennung aller abseits ihrer wirtschaftlichen Verwertungsqualität. Der „Lackmustest“ (Meyer) könne anhand des Umgangs mit sozialer Ungleichheit erbracht werden.

Entsprechend gilt es bei konkreten Maßnahmen zur Belegung der Demokratie immer auch die materiellen Voraussetzungen für demokratische Teilhabe zu fördern. Ein Mehr an materieller Gleichheit ist wichtige Bedingung für die Vitalisierung der Demokratie.
Tagesspiegel vom 12.11.23:

2 „Gefällt mir“

Dagmar, dem kann ich nur zustimmen. Wir sind auf dem schelchtesten Weg in die Richtung einer illiberalen Demokratie.
Die Gründe hierfür sehe ebenso wie Du in der derzeitgen sozialen Schieflage. Mit 20,7 % der Beschäftigten im Niedriglohnsektor haben wir den siebtgrößten Niedriglohnsektor in Europa.
Es liegt in der Grundeinstellung unserer „Wirtschaftsexperten“ die das Mantra des „Jeder ist seines Glückes Schmied“! vor sich hertragen und vielen Bürgern, die prekär im Niedriglohnsektor beschäftigt sind Faulheit oder mangelnden Lesitungswillen unterstellen.
Die Würde, d.h. die Achtung der Respekt vor dem Anderen bleibt auf der Strecke.
Die Würde des Menschen ist unantastbar, so steht es im GG.
Warum wird von führenden Vertretern einer neoliberalen Wirtschaftsordnung das Zerrbild Hobbes ins Zentrum gestellt? Sie fördern einen extremisch gelebten Egoismus.
Hobbes sieht den Naturzustand im Kampf aller gegen alle
das Wesen des Menschen charakterisiert er so: Der Mensch ist des Menschen Wolf („Homo homini lupus est“). Vogel friß oder werde gefressen. Sind wir auf dem Weg in diesen Abgrund?
Das dem nicht so ist haben neueste wissenschftliche Untersuchungen nachgewiesen oder versucht nachzuweisen.

3 „Gefällt mir“

Im Newsletter „Verfassungsblog“ wurde folgende Frage gestellt: Wenn Björn Höcke sein Volk befragt
Ein Gastbeitrag von Hermann Heußner, Arne Pautsch und Maximilian Steinbeis

Nach den Landtagswahlen im nächsten Jahr kann ohne die Stimmen der AfD die Thüringer Verfassung womöglich nicht mehr geändert werden. Deshalb sollten jetzt Vorkehrungen getroffen werden – solange das noch möglich ist.
12.11.2023, 07.21 Uhr
Der Artikel ist zu erst im Spiegel erschienen: Hier der Link dazu: Thüringen: Wenn Björn Höcke sein Volk befragt - Gastbeitrag - DER SPIEGEL
Ergänzend: AfD: Wie sich die Partei und ihre Strategen den Weg zur Macht vorstellen - DER SPIEGEL
AfD und Daniel Halemba: Mit allen Mitteln in den Landtag
Im weiteren Verlauf des Newsletter sind auch die Ruanda Massnahmen Englands beschrieben. Dieser Vorschlag wird auch bei uns wohlwollend diskutiert und selten komplett in Frage gestellt. Keiner erwähnt, dass der englische oberste Gerichtshof diese Massnahme der Asylprüfung in Ruanda für komplett verfassungswidrig einstufte.
Oder die vorgesehenen Verfassungsänderungen des Wahlrechts der „post“-faschistischen Meloni in Italien nach Orban-Manier.
Le Pen hat ihren Abgeordneten einen Verhaltenskodex oktruiert Krawatte bürgerliches Aussehen. Le Pens Stärke resultiert trotz ihrer inzwischen beträchtlichen Stammwählerschaft ganz wesentlich aus der Schwäche der demokratischen Kräfte – oder aus ihrem politischen Versagen.
Weidels Outfit mit weißer Bluse und Perlenkette geht in die gleiche Richtung, oder?

Soll Deutschland den gleichen Weg gehen?
Der „Cordon sanitaire“ zur AfD muss erhalten bleiben.

Dagmar, Du bringst Beispiele aus den Jahren 28 - 33 des letzten Jahrhunderts.
Wenn ich derzeitige Handlungsweise der Komplementärblauen recherchiere komme ch zu dem Ergebnis, wir erleben diese Epoche noch einmal.

Das genau war der Grund, warum ich es hier aufgeführt habe. Wir haben nichts aus der Vergangenheit gelernt. Und es zeigt, wie schnell es soweit kippen kann, dass sich die Katastrophe nicht mehr aufhalten lässt.
Leider sind diejenigen, die diese Gefahr erkennen noch sehr wenige und die Politik ist kaum dazu bereit, ernsthaft die Notbremse zu ziehen.
Deshalb ist die Gefahr noch nie so groß gewesen wie bei der nächsten Wahl, dass die Weichen in die falsche Richtung gestellt werden.

SALTATIO MORTIS - Wachstum über alles (offizielles Video) | Napalm Records

Nach der Machtergreifung durch Melonis postfaschistischen Brüder Italiens steht nun ein weiterer EU-Staat vor der Machtübernahme durch den rechtsextremistischen Wilders, der nach Tagesspiegelmitteilung vom 23.11.23: Niederlande-Wahl - Rechtspopulist Wilders liegt laut Prognose klar vorn.
Dies ist eine desaströse Entwicklung.
Können wir etwas dagegen tun.
Unsere Ampelregierung ist ausgefallen mangelnder Stromversorgung. Merz reist mit Kassandrarufen von Talksendung zu Talksendung.

2 „Gefällt mir“

Deutschland wird da leider bei der nächsten Wahl folgen.
Die Blaubraunen liegen knapp unter 20 % und Merz und seine Schergen sind ideologisch ja nicht weit von denen entfernt.
Das schlimme ist ja, dass die rein gar nichts zu bieten haben, keine Lösungen für irgendetwas, keine Ideen. Sie sind einfach nur dagegen, gegen Ausländer, gegen Klimaschutz gegen Soziales, nur nicht gegen Statuserhalt.
Das wird dermaßen knallen in den nächsten Jahren auf diesem Planeten. Ich bin nur froh, dass ich den Zenit eines Lebens bereits überschritten habe.

6 „Gefällt mir“

Gerald, woher willst Du wissen, ob Du Deinen Zenit des Lebens überschritten hast. Wenn Du Kinder hast kämpfe für sie.
Zu diesem Thema war gestern Abend in ZDF-Neo eine Satire-Sendung, Schöder darf alles. Hier der Link zur Mediathek in ZDF-Neo.

Diese Sendung basiert auf einem Artikel von Maximilian Steinbeiß, der am 6.09.2019 in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Auch diesen Artikel stelle ich hier ein.
Risiken der Demokratie – Ein Volkskanzler - Kultur.pdf (4,2 MB)

Sowohl die Sendung als auch der Artikel sind Blaupausen für das Handeln der neuen populistischen Nationalextremisten.

1 „Gefällt mir“

Warum die Machtübernahme durch die AfD schon früher beginnen könnte, als viele glauben

Erst der Wahlsieg, dann der Griff nach dem höchsten Amt im Parlament: Die AfD könnte die Demokratie in Thüringen im kommenden Jahr auf eine sehr ernste Probe stellen. Aber das Schlimmste ließe sich verhindern – noch.

Von JELENA VON ACHENBACH und MAXIMILIAN STEINBEIS veröffentlicht im Verfassungsblog am 2.12.2023.

Dieser Artikel erschien als erstes in Spiegel online.

Es gleicht dem langen Marsch Mao Tse Dungs.

Schlimmer noch es ist die schleichende Verwandlung einer liberalen Demokratie zu einer illiberalen Demokratie.

Wie lange hielten sich die Braunen in den 30ern an die Verfassung?

So ist nix zu reten.
Wenn Demokratie hysterisch gegen Antidemokraten vorgeht, dann bestätkt das nur diese.
Der Moment gegen zu steuern ist verpasst.
Bleibt zu hoffen, dass ‚Demokraten‘ sich wie welche benehmen und Gemeinwohl stifftennd gemeinsam handeln können.

Zwei Meinungen vorangestellt:

Nürnberg (epd). Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (kda) der bayerischen evangelischen Landeskirche warnt vor den von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) offenbar geplanten Kürzungen im sogenannten Sozialen Arbeitsmarkt. Medienberichten zufolge plant Lindner in seinem Haushaltsentwurf für 2023 Einsparungen bei den Lohnkostenzuschüssen für Langzeitarbeitslose. Dabei seien diese eines der erfolgreichsten Instrumente, wenn es um die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen ins Arbeitsleben geht, sagte kda-Chef Johannes Rehm am Donnerstag.

Das Teilhabechancengesetz sei „eine so große Errungenschaft für arbeitsmarktferne Menschen“, dies dürfe man keinesfalls aufs Spiel setzen. In zahlreichen bayerischen Beschäftigungsprojekten, die die bayerische Landeskirche über die Aktion „1+1“ fördere, sehe man, dass es „viel nachhaltiger ist, Arbeit zu finanzieren als Arbeitslosigkeit“. Die Kirchenaktion „1+1“ bezuschusst seit 1994 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Ausbildungsplätze für Jugendliche mit einem erhöhten Förderbedarf. Jeder an die Aktion gespendete Euro wird von der Landeskirche verdoppelt, deshalb der Name „1+1“.

Den sogenannten Lohnkostenzuschuss erhalten Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen. Der Zuschuss wird maximal fünf Jahre gezahlt, er kann bis zu 100 Prozent der Lohnkosten betragen. Der kda-Chef erläuterte, durch die rasante Inflation steuere man auf die „vielleicht gefährlichste soziale Schieflage“ in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu. „Es wäre schamlos, jetzt ausgerechnet bei denen zu sparen, denen es am meisten weh tut“, sagte Rehm.

Tagesspiegel vom 4.12.23: Im Falle einer Regierungsübernahme will die CDU das Bürgergeld für arbeitsfähige junge Erwachsene deutlich kürzen, sofern sie Arbeits- oder Ausbildungsangebote ablehnen. „Es kann doch nicht sein, dass wir 600.000 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren haben, die weder arbeiten noch in Ausbildung sind“, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann dem Tagesspiegel: „Wer gerade in jungen Jahren arbeiten könnte, es aber bewusst nicht tut und das System ausnutzt, müsste statt mit einer 30-prozentigen Kürzung mit 50 Prozent oder mehr rechnen.“

Linnemann, Generalsekretär einer Partei mit dem „C“ im Namen, soll christlich bedeuten ist aber eher mit capitalist gleichzusetzen, wiederspricht den Aussagen des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt.

Linnemann, ein Vasall des Vorsitzenden der C-Partei, ist ein Verfechter der calvinistischen Arbeitsethik. Aber diese Ethik basiert auf Ansichten eines Jahrhunderts in dem Leibeigenschaft noch eine breite Basis hatte. Wenn er das unter konservativ versteht, dann gute Nacht Deutschland.

Will Linnemann das wieder einführen? Wir haben doch jetzt schon mit den größten Niedriglohnsektor in Europa. Dieses Fordern und Fördern, was der Merz-Vasall propagiert ist doch eher eine Scharade, ein Schein des Sozialen.

So wird der soziale Frieden in unserem Land bewusst zerstört. - Bereits 1982 hat eine Studie des KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt) mit dem Titel „Jenseits der Vollbeschäftigung - über die Zukunft der Arbeitswelt“ die Frage gestellt, ob es noch einmal zur Vollbeschäftigung kommen könne in einem System, in dem der Mensch zum Kostenfaktor denaturiert werde. Mitte der 90er Jahre befasste sich der ökumenische Konsultationsprozess „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ mit möglichen Alternativen zur ausschließlichen Fixierung auf die Erwerbsarbeit und einem neuen Verhältnis zu Arbeit, Beschäftigung und Leistung. Zur gleichen Zeit zeigte eine - viel zu wenig beachtete - Studie der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) unter dem Titel „Arbeit für alle“ sozial verträgliche und auch finanziell gangbare Wege zur Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze auf.

Es ist eine bewusste Überschreitung des „cordon sanitaire“ und damit eine Vorbereitung eines politischen Bündnisses rechter und damit extremistischer, faschistischer Ideologie.

Hat Linnemann noch das Gedicht Heinrich Heines nicht gelesen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, ich kann nicht mehr die Augen schließen, und meine heißen Tränen fließen.

Das schrieb Heine in Paris, fern von Deutschland. Das Gedicht endet mit den Zeilen: „Gottlob! durch meine Fenster bricht Französisch heitres Tageslicht; Es kommt mein Weib, schön wie der Morgen, Und lächelt fort die deutschen Sorgen.

Nur leider bricht kein warmes Sonnenlicht unsere derzeitig zu spürende soziale Kälte.

Deutsche Bürger zieht Euch warm an, es wird kalt.

Machen wir ein Lagerfeuer, Brennmaterial haben wir genug.

1 „Gefällt mir“

im Zusammenhang mit soz. System erschließt sich mir nicht (?),

das schon.
Aber insgesamt ist die Gesellschaft demokratie-lahm geworden, sonst wären wir nicht so tief gesunken.

Roman, der Begriff „cordon sanitaire“ (Sperrgürtel) ist durchaus auf die soziale Schieflage anzuwenden. Wo kann am ehesten „gespart“, sprich gekürzt, werden. Bei den Mittellosen, den Armen.
Warum sind wir demokratie-lahm geworden?
Wir sind demokratie-verdrossen geworden. Es wird eine Klientel-Politik betrieben.

Aiwanger ein Goebels-Plagiat?

Als ich das heutige Interview im Tagesspiegel von Aiwanger im Rahmen der Bauernproteste gelesen habe, bekam ich weiche Knie.

Quo vadis Deutschland? Aussagen wie diese: „Mit dem Wegfall der Subventionen verschlechtert man erneut die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauern. Gleichzeitig werden die Landwirte ungeschützt dem Wettbewerb aus Nachbarländern wie Polen und Frankreich ausgesetzt. Wir haben mit Abstand die teuersten Produktionsstandards, bekommen aber nur dieselben Preise wie die Billigst-Wettbewerber – etwa die Produzenten von ukrainischem Getreide. Das ukrainische Getreide gehört zur Hungerbekämpfung nach Afrika, es darf aber nicht die westlichen Märkte kaputt machen. Unterm Strich kann man daraus nur einen Schluss ziehen: Rot-Grün will die Bauern weghaben.“

Es ist erschütternd, dass ein Wirtschaftsminister eines Bundeslandes solche halbgaren Aussagen trifft. Er bekämpft die EU und bemängelt in gleichem Atemzug die niedrigen Produktionsstandards in den EU-Ländern. Gerade die EU könnte gleiche Produktionsstandards schaffen.

Ein weiteres Beispiel seiner maßlosen populistischen Äußerungen ist folgende Aussage im Interview:

„Die ungezügelte, unqualifizierte Migration kostet uns genau die Milliarden, die uns jetzt fehlen. Zusätzlich schlägt die geplante Erhöhung beim Bürgergeld auch für arbeitsfähige Arbeitsunwillige dem Fass endgültig den Boden aus.“

Was will er damit suggerieren? Er spaltet unsere Gesellschaft. Er ist ein Brandstifter. Wir bezeichnen uns als Volk der Dichter und Denker und erinnern uns nicht an Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“. In dem Stück lässt ein Bürger zwei Brandstifter in sein Haus, obwohl von Anfang an klar ist, dass sie sein Haus anzünden werden. Mit dem Theaterstück hatte sich Frisch als Dramatiker von Weltrang etabliert.

Wir erleben dieses Theater live und brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Leider haben wir nicht die Möglichkeit dieses Live-Theater als Theaterstück abzuhaken, sondern müssen mit den Konsequenzen leben, wenn wir diesem Populisten des Extremismus nicht Einhalt gebieten.

Ein weiterer Brandsatz für unsere Gesellschaft ist die Aussage: „Es ist traurig, dass die Bundesregierung reine parteipolitische Klientelpolitik macht – Landwirte gehören nicht zu den Wählern der Ampel-Parteien, die setzen mehr auf Bürgergeldempfänger und Einwanderer, die deshalb möglichst schnell den deutschen Pass bekommen sollen. Hier geht es nach dem Motto: Wer mich wählt, wird unterstützt. Und wer mich nicht wählt, wird abgestraft.“

Was suggeriert Aiwanger mit einer solchen Aussage? Er will uns ins Gehirn flüstern, dass indirekt ein Volksaustausch stattfindet. Ein Sprech des Rechtsextremismus.

Nur am Rande erwähnt er, dass die eigentlichen Verursacher der verringerten Bauerneinkünfte die großen Discounter sind, die sich als Monopol verstehen und die Preise diktieren.

Doch welche Konsequenzen können daraus gezogen werden? Wir haben ein Kartellgesetz. Marktwirtschaft suggeriert Konkurrenz. Ist das noch Konkurrenz, wenn sich drei große Gesellschaften den gesamten Markt teilen? Hier bedarf es neuer Regeln. Der amerikanische Sherman Antitrust Act vom 2. Juli 1890 wäre ein gutes Beispiel.

5 „Gefällt mir“

Ich möchte dies über die Öffies veröffentlichen.

2024 – ein Jahr neuer Visionen oder nur ein weiter so?

„Moderne Wirtschaftspolitik muss auch Gesellschaftspolitik sein“, sagte Wirtschaftsminister Karl Schiller, eine Ikone, ja ein Guru der Sozialdemokraten im vorigen Jahrhundert.

Will heute sagen: Mit gesteuerter Modernisierung der Wirtschaft unter SPD-Gesichtspunkten für eine angepasste, gerechtere Einkommensverteilung zu sorgen. Wie es einer sozialen Partei zukommt. Und gesellschaftlich die volle Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen der Wirtschaft zu schaffen.

Konfuzius: Wer das Morgen nicht bedenkt, wird Kummer haben, bevor das heute zu Ende geht.

(Zitat aus dem Artikel aus dem Tagesspiegel vom 3.1.24)

Moderne Wirtschaftspolitik muss auch Gesellschaftspolitik sein:

Leider war Lindner noch pupertär unterwegs. Schiller erwähnte die Möglichkeit eines „Eventualhaushalts“. Das war 1967. Er hat ein tolles Wort gebraucht: „Finanzanarchie“. Ist das heute nicht Realität? Hedgefonds bestimmen unsere Börsenkurse, nicht wegen der Werthaltigkeit der Aktien, sondern wegen deren „Börsenumsätzen“. Wo sind wir gelandet. Wir verdienen nichts Besseres als die AfD.

Diese Lücke könnte DiB ausfüllen!

3 „Gefällt mir“

Requiem auf Deutschland.
Was folgt nach einem annus horribilis. Aus dem Chaos sprach eine Stimme: „Lächelt und seid froh, es könnte schlimmer kommen!“, und wir lächelten und waren froh, und es kam schlimmer…!

Es war einmal ein Land, das sich aus einer dunklen Zeit erhoben hat, um zu zeigen, dass alle Bemühungen nach der Aufklärung des 18. Jahrhunderts, die Versammlung in der Paulskirche und die Hambacher-Schloss-Veranstaltungen des 19. Jahrhunderts nicht vergebens waren.
Denn sie hinterließen einen nachhaltigen Eindruck in des Landes Gesinnung. Die Gesellschaft schaffte einen Neuanfang, man schuf ein Grundgesetz, welches auf den Menschenrechten basierte.
Fortan wurden Schlagworte wie Demokratie, Meinungsvielfalt, Sozialstaat, Frieden wie ein Mantra vorangetragen.
Doch wie so alles, die Zeit schritt voran und die Gesellschaft wurde übermütig. Man nahm Abschied von der sozialen Marktwirtschaft, so wie sie einmal angedacht war. Die führenden Denken und Lenker wandten sich einer liberalen Marktwirtschaft zu, man deregulierte die Finanzmärkte, das Kartellrecht wurde entkernt bis auf ein Gerippe. Man schuf einen Niedriglohnsektor, der seinesgleichen sucht Leiharbeit wurde als Non-Plus-Ultra des Arbeitsmarktes verkauft. Damit wurde auch gleichzeitig, die über Jahrzehnte sich bewährten Arbeitsmarktprinzipien außer Kraft gesetzt. Die Lenker und Denker wollten die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft im globalen Wettstreit stärken. Dass dabei die Menschenrechte missachtet wurden spielte keine Rolle. Hauptsache das Geld sprudelte, zwar nicht in die Kassen der Bürger sondern in die Kassen der Finanzmagnaten, dieser Pseudobanken, die nur einen Gedanken haben: Profit.

Steht uns nun ein annus mirabilis bevor, in dem die Ewiggestrigen siegen werden und damit wieder Rassismus, Autoritarismus als Faschismus light unsere Zukunft gestalten wollen.

Es sieht schlimm aus, oder?

2 „Gefällt mir“