Ist Kritik an einer Regierung Israels gleichzusetzen mit Antisemitismus?

O wai, dann hoffe ich, dass wir niemals eine Bundesregierung bekommen, die so wie du denkst, entscheidet, denn für mich ist das Leben von Menschen in Hamburg genau so viel wert wie das Leben von Menschen aus anderen Städten. Die Lösung von diese Konflikt wäre der Hamas die Nährboden zu kappen. Hamas ernährt sich von Perspektivlosigkeit und Armut. Wenn Kinder ihr Zukunftstraum geraubt wird eine Beruf zu lernen, und aus dem Armut herauszukommen und in Freiheit zu leben, dann werden sie empfänglich für die Hamas Propaganda. Um so mehr Repressalien Palästina ausgesetzt wird, um so mehr Nachwuchs bekommt die Hamas. Hamas kann man mit Kampf nicht zerstören, denn die Ideologie wird weiter leben und wird gut gefüttert, solange die Situation so bleibt wie sie jetzt ist.

3 „Gefällt mir“

Ist dir bewusst, dass es nicht Israel ist, dass Gaza arm und perspektivlos gemacht hat, sondern die Hamas selbst? Die Hamas regiert dort. Vor ihrer Regierungszeit hatten die Menschen dort Arbeit, über 20% haben in Israel gearbeitet. Dann übernahm die Hamas die Regierung und seitdem sank das Einkommen dort um 75%.

Auch ist es die Hamas, die dort ein islamofaschistisches Sharia-Regime aufgebaut hat, nicht Israel.

Also, wie möchtest du ihr den Nährboden entziehen, wenn die Hamas selbst diesen Nährboden erzeugt und verhindern kann, dass auch nur 1 Cent Hilfe in Gaza ankommt?

Die Hamas sind und waren in der Tat ein Riesenproblem für die Menschen im Gaza-Streifen (und für Israel).
Sie wurden legitimiert gewählt und hocken nun dort wie die Spinne in ihrem Netz. Ich würde sie auch loswerden wollen. Die Frage ist nur: Wie? und: Wie human ist das möglich?

Israel hat es dann jetzt wohl einfacher Ihren Netanjahu loszuwerden, bevor er Erdogane/Putinsche oder ähnliche Strukturen verfestigt. Die Israeli haben hoffentlich daraus gelernt.

3 „Gefällt mir“

Die Frage ist eigentlich simple: Gebe ich Leuten, die in Häuser eindringen, den Vater erschießen, das Baby in den Backofen legen, diesen anschalten und die Mutter dreimal vergewaltigen, während sie ihrem Baby beim Backen zusehen muss, um sie dann auch zu erschießen, die das Ganze mit GoPros auch noch filmen, die Menschen an der Flucht in den Süden hindern und konstant Raketen auf Zivilisten feuern, wirklich die Zeit, so etwas noch mal zu tun - oder nutze ich jede Möglichkeit, die mir das Völkerrecht gibt, um diese auszuschalten?

Oh, ich meine das nicht zeitlich gesehen.

Klar sollte man nicht zu lange zögern. Die Frage nach dem Wie? stellt sich dennoch.
Was zu langes Zögern bedeuten kann, haben wir im Ukrainekonflikt gesehen. Wenn die Ukrainer im Herbst 2022 genug Waffen, Munition und Rückendeckung gehabt hätten, wären aller Wahrscheinlichkeit nach, kaum Landminen im Boden und die meisten Russen längst geflüchtet. Jetzt ist diese Riesenchance vertan.

Das ist bei den Hamas nicht genau übertragbar, da der Kampfplatz nicht im eigenen Land ist, aber schnell sollte es dennoch gehen. Trotzdem - Wie macht man das ohne dort die Kinder, die Frauen und Unschuldigen zu massakrieren?

Diese Aussage ist entlarvend falsch!
Die Hamas verwaltet den Mangel in einem nicht-staatlichen Freiluftgefängnis, dem Israel den Austausch mit der übrigen Welt nach Gusto untersagt. Die Hamas tut das auf Basis ihrer absoluten Mehrheit bei den Wahlen zum „Legislativrat“ vom 25. Januar 2006 in ganz Palästina.- das bemerkenswert demokratisch zustande gekommen ist, aber von der bisher regierenden Fatah nicht anerkannt wurde, die mit nur 34% der Abgeordneten für ihre ergebnislose Politik für einen Palästinensischen Staat abgestraft wurde.
Diese demokratische Entscheidung der Palästinenser wurde aber weder von Israel noch von der westlichen Welt akzeptiert und einfach behauptet, dass es aus der Hamas keinen Gesprächspartner gäbe. Arafat und die PLO waren ihnen als nicht mehr legitimierter aber mit seiner erfolglosen Politik angenehmerer Gesprächspartner lieber - WEIL seine Politik erfolglos blieb und lediglich die Palästinenser ruhig hielt, so dass Israel bis heute eine 2-Staatenlösung torpedieren kann, sogar gegen die Interessen der Schutzmacht USA.

Dass sich der Gazastreifen nicht entwickeln konnte liegt an einer in vielen UN-Resolutionen angeprangerten völkerrechtswidrigen Abriegelungspolitik Israels und selbst im gefügigen Westjordanland verhindert Israel seit Jahr und Tag eine autonome Entwicklung.

2 „Gefällt mir“

20 mal aufgeboten, 20 mal von jüdischer, später israelischer Seite akzeptiert, 20 mal von arabischer Seite abgelehnt, zweimal von arabischer Seite sogar mit Kriegserklärung beantwortet. :person_shrugging:

Aber man dachte halt von arabischer Seite, man könne den „Judenstaat“ im Handstreich auslöschen. Ging nach hinten los, Jordanien verlor das Westjordanland, Syrien Golan und Ägypten Gaza und den Sinai.

Ziel dieses greulichen Terrors war es nicht, Israel in entscheidender Weise zu schädigen, so furchtbar diese Untaten für die Betroffenen auch waren. Angesichts der eigenen Verluste hätte sich das kaum gelohnt. Es ging vielmehr darum, Israel zu einem massiven Gegenschlag zu provozieren und dann angesichts der palästinensischen Opfer weltweite Stimmungsmache zu betreiben. Und da passt auch folgende Reaktion gar nicht in die Zeit:

Da wäre „Eiapopeia“, „Friede, Freude, Eierkuchen“ oder so ähnlich schön unproblematisch. Man bräuchte nicht auf schwierige Fragen zu reagieren. Aber mal ganz im Ernst - wollen wir es uns einfach machen? Über solche und ähnliche Themen nachzudenken und zu diskutieren, ist meistens unbequem. Der Beifall ist spärlich und man kann leicht ins Fettnäpfchen treten. Aber sei es drum - wer „Ja!“ zu einer demokratischen Gesellschaft sagt, muss auch das riskieren und sollte das Denken nicht irgendwelchen Meinungsmachern überlassen. Ein allgemeiner Shitstorm ist wohl das Mindeste, was wir kleinen Leute der Hamas angesichts ihrer fürchterlichen Strategie zukommen lassen sollten. Und den anderen Beteiligten einen strammen, frischen Wind konstruktiver Kritik, sofern nötig.

2 „Gefällt mir“

Du hast echt keine Ahnung von der ganzen Situation, oder? Was Staaten sagen ist das eine, was sie tun ist etwas ganz anderes. Der einzige israelische Staatschef, der es möglicherweise wirklich ernst gemeint hat mit dem Frieden war Itzak Rabin. Und der wurde von einem radikalen Israeli ermordet, und zwar genau weil er zum Frieden bereit war.

Wenn jemand ein Friedensangebot ablehnt kann das auch an Bedingungen liegen, die schlicht eine Zumutung sind. Und im übrigen würde ich wetten, dass genau du bedingungslos die Ukraine argumentativ unterstützen würdest, wenn sie irgendein Friedensangebot ablehnen würde, das auch nur einen Millimeter von Maximalforderungen abweicht.

Übrigens ist es kein Geheimnis, dass die aktuelle israelische Regierung die Hamas gefördert hat: How Netanyahu's Hamas policy came back to haunt him — and Israel | CBC News
Die haben kein Interesse an Frieden, denn sie wollen das Territorium Palästinas für die Juden. Natürlich müssen sie rhetorisch manchmal Frieden anstreben, aber das ist so viel wert wie die Unterschrift unter ein Klimaabkommen, obwohl alle wissen dass es keine konkreten Maßnahmen geben wird.

Die Palästinenser aus Gaza sollen nach Ägypten vertrieben werden, da gibt es sehr konkrete Äußerungen zu. Leider spielt Ägypten bei dieser ethnischen Säuberung nicht mit, so dass wohl nur Völkermord bleibt.

Es zeugt von deiner Weigerung, auch nur einen Versuch zu machen, die Situation der Palästinenser wahrzunehmen, dich in ihre Lage zu versetzen.
Hier übrigens der bewegende Bericht von einer Palästinenserin, wie sie den 7. Oktober erlebt hat, ausgerechnet im jüdischen Museum in Berlin. Eine palästinensische Akademikerin, deren Motiv ganz sicher nicht Judenhass ist, wie der Bericht eindrücklich zeigt. Nur um mal eine palästinensische Perspektive einzubeziehen.

Statt dessen beteiligst du dich an ihrer Dämonisierung und an der Stilisierung dieser humanitären Katastrophe zu einem epischen Kampf Gut gegen Böse. Das sind Konflikte nie, das gehört in den Bereich der Fantasy.

Die Palästinenser haben ein von der UNO festgestelltes Recht, sich gegen die Besatzungsmacht Israel zu verteidigen. Dabei müssen sie natürlich auch Verhältnismäßigkeit wahren, was am 7. Oktober nicht der Fall war. Auch da wäre ich aber an deiner Stelle vorsichtig, alle Gräuel ungefiltert zu verbreiten, denn ich wäre zumindest nicht überrascht, wenn sich einiges davon irgendwann als aufgebauscht oder gar Fake herausstellt, muss aber nicht sein, klar. Auf jeden Fall gibt es Zeugenaussagen von Israelis die nahe legen, dass einige der Toten auch „Kollateralschäden“ der israelischen Reaktion waren, außerdem war eines der Ziele eine Militärbasis, also keine Zivilisten.
Ich weiß, jetzt wird mir Relativierung vorgeworfen, und es läge mir fern, diese Rechnung jetzt aufzumachen wenn die Ereignisse vom 7. Oktober nicht benutzt würden, um ein unvergleichliches Massaker zu rechtfertigen.
Bewegend fand ich den Post einer amerikanischen Jüdin, die meinte, sie möchte in Ruhe trauern um tote Israelis in diesem Konflikt. Statt dessen sei stets der zweite Gedanke, wenn sie von Toten erfährt, welche Katastrophe jetzt wieder über die Palästinenser hereinbricht.

Du weist schon, dass in diesem Konflikt die Opferzahlen unter den Palästinensern viel höher sind? Seit 2008 z.B. in jedem einzelnen Jahr? So viele Menschen starben im Israel-Palästina-Konflikt bereits

Und zwar um ein vielfaches, sehr grob kann man sagen, auf einen toten Israeli kommen 10 tote Palästinenser. Während du Israel jedes Recht zubilligst, vollkommen unverhältnismäßig zu reagieren gilt für die Palästinenser offenbar das genaue Gegenteil: Kein Leid kann auch nur einen einzigen toten Israeli rechtfertigen. Das ist Doppelmoral.

Das ist kein epischer Krieg zwischen Gut und Böse, das ist ein gewöhnlicher menschlicher blutiger Konflikt. In einem solchen Konflikt begehen für gewöhnlich alle Beteiligten Grausamkeiten, böse Taten (in unterschiedlichem Maße, das schon). Niemals sollte man sich dazu hinreißen lassen, eine Seite als böse zu bezeichnen, daraus folgt logisch der Dualismus Gut- Böse und der wird keinem Konflikt gerecht. Böse Taten ja, böse Seite nein.

Wer die eine Seite als böse bezeichnet hat den ersten Schritt zu ihrer Vernichtung schon getan. Aber Vernichtung von Menschen kann niemals eine gute Tat sein, folglich sind die Gegner der „Bösen“ auch böse.

Hamas ist nicht schuld an den miserablen Lebensbedingungen der Palästinenser. Sie sind nicht unschuldig, aber der Gazastreifen ist ein Ghetto, das von Israel kontrolliert wird. Das ist ja kein Land, das irgendwie souverän regiert würde. Und Wahlen sind auch nicht wirklich Ausdruck des Willens der Bevölkerung, denn es gibt immer eine vorgegebene Auswahl, unter der in Hinblick auf verschiedenste Aspekte eine Entscheidung getroffen werden muss. Und wenn man sagt: Selbst schuld, sie haben Hamas gewählt, dann kann man mit dem gleichen Recht sagen, die Israelis sind selbst schuld an dem Massaker vom 7. Oktober, denn sie haben Netanjahu gewählt (der, wie oben erklärt, Hamas als ein Pfand gegen gemäßigtere Palästinenser gefördert hat). Beides enthält ein Körnchen Wahrheit, wird aber der Komplexität der Situation überhaupt nicht gerecht.

Israel nutzt nicht nur die Möglichkeiten, die das Völkerrecht ihm bietet, das haben übrigens dutzende UN-Resolutionen bereits klar gestellt, und das obwohl Israel sich im allgemeinen der Unterstützung der Veto-Macht USA sicher sein kann.

Es gibt sicher Palästinenser, die alle Juden hassen und töten wollen. Definitiv gibt es aber auch Israelis, die alle Palästinenser töten wollen, und hast du schon mal was davon gehört, wie israelische Extremisten den Tod eines palästinensichen Babys feierten? https://www.timesofisrael.com/jewish-extremists-taunt-alis-on-the-grill-at-slain-toddlers-relatives/
https://mondoweiss.net/2018/06/settlers-celebrate-palestinian/

Zum Schluss mal was hoffnungsvolles:

@Sofian : Auf dem Plakat steht: „Never again for anyone“. Es scheint mir, dass diese Juden sehr andere Lehren aus dem Holocaust gezogen haben als du. Vielleicht solltest du ihn noch mal studieren. Ich empfehle z.B. das Buch des jüdischen Autors Zygmunt Baumann: „Die Moderne und der Holocaust“

1 „Gefällt mir“

:heart:

Ich habe auch keine Lösung. Ich würde einfache Leute von beiden Seiten auslosen, ihnen die beste Moderation geben die ich finden kann und sie nach Lösungen suchen lassen. Mir ist klar, dass das derzeit völlig unrealistisch ist, denn das Problem sind Machtinteressen, daher würden die Mächtigen eine solche Lösung nie zulassen, die einzige Hoffnung wären die Menschen.
Wer an einem Tisch sitzt, die Geschichten der anderen hört und kaum vermeiden kann, ihnen in die Augen zu sehen dürfte sich sehr schwer tun, sie zu entmenschlichen, wie radikal er oder sie vorher auch immer war.

Ich habe hier mal einen anderen Konflikt beleuchtet, der inzwischen weitgehend friedlich ist: Der Nordirlandkonflikt: Was kann er uns über die Situation in Gaza lehren?

Ich denke, man kann einiges daraus lernen, und er lässt sich heute nüchtern betrachten. Natürlich ist Irland eine bedeutungslose Insel am Rande der Welt, Isreal hingegen liegt in einer der rohstoffreichsten Regionen der Welt, wo viele Mächtige Akteure ihre eigenen Interessen auf Kosten der Menschen verfolgen.

4 „Gefällt mir“

Kurzfristig habe ich auch keine Lösung.

Langfristig denke ich, es kann nur auf eine Zwei-Staaten-Lösung hinaus laufen. Beide Bevölkerungsgruppen haben ein Recht auf einen eigenen Staat, in dem sie selbstbestimmt leben können.

Und was wird mit Jerusalem? Da drei(!) Religionen historische Stätten dort haben, würde ich es staatenlos unter UN-Mandat stellen, sonst ist das ein ewiger Zankapfel.

Noch eine Anmerkung zu den antisemitischen oder antijüdischen Demonstrationen in Deutschland: israelische oder jüdische Mitbürger*innen mit der israelischen Regierung gleich zu setzen und zu beschimpfen oder zu bedrohen ist ein No - go.

6 „Gefällt mir“

Scheint (?) wir haben ein Konsens für BuVo


1 „Gefällt mir“

Ich denke, das geht nicht mehr. Es würde entweder darauf hinauslaufen, tausende israelische Siedler zu vertreiben, oder die Palästinenser erhalten nur die wenigen Reststückchen. Oder die Juden bleiben als Minderheit im Westjordanland, aber kann das gut gehen? Das sind schließlich die militantesten Teile der israelischen Bevölkerung bzw. deren Nachkommen.

Ich denke, es kommt im Grunde nur noch eine Art Bundesstaat in Frage, also eine Ein-Staaten-Lösung. Der müsste wohl eine Verwaltung haben, in der alle Volksgruppen angemessen, auch in Führungspositionen, vertreten wären, um Neutralität zu garantieren.

In Nordirland gibt es immer noch den Oranierorden, und er marschiert auch immer noch. Der Unterschied zu früher ist, dass er keine Genehmigungen für Routen durch katholische Viertel mehr erhält.

Auch nach einem Frieden würde es immer noch radikale Elemente auf beiden Seiten geben, klar. Aber es ist ein Unterschied, ob Siedler illegal Territorium besetzen und Gewalt anwenden und dabei von den Sicherheitskräften unterstützt werden oder ob sie dann verhaftet werden und entsprechend bestraft. Manchmal werden Israelis für unangemessene Gewalt auch heute bestraft, aber extrem lasch.
Um gekehrt würde das bedeuten, dass es immer noch palästinensische Terroristen geben würde, dass in einem gemeinsamen Staat mit gleichen Rechten aber auch die Palästinenser helfen würden, das zu unterbinden.
Und natürlich wäre sehr, sehr viel Bildung nötig, in Richtung Versöhnung, Kennenlernen, Geschichtsaufarbeitung.

Das Konzept „Nationalstaat“ ist das Problem. Es ist historisch sehr jung, ca. 200 Jahre alt, älter nicht. Die Idee eines homogenen Staatsvolks hat zu unendlich viel Leid und Gewalt geführt. Wir sollten diese Idee schnellstmöglich begraben, für alle. Es gibt Hoffnung: Als erster Staat hat sich Bolivien zu einem plurinationalen Staat erklärt.

Aber wie gesagt: Ich denke, die Beteiligten müssen eine Lösung finden, von außen kann nur ein sinnvoller Prozess zu deren Findung an sie herangetragen werden.

1 „Gefällt mir“

Liebe Bianca, ich würde gern etwas von deiner Sicht abweichen:

Ich denke das muss gehen. Mir schwebt dabei vor, dass ein palästinensischer Staat schrittweise kommen könnte. Israelische Siedler auf palästinensischem Gebiet müssten eine ausreichende Frist gegeben werden. Zu bleiben mit noch zu verhandelnden freiheitlichen Rechten in einem palästinensischen Staat und seiner Verwaltung. Oder entschädigt auf israelischen Boden von 1948 zurückzukehren.

Eine Einstaatenlösung ist im Hinblick auf die jeweilige religiöse Identität beider Gruppen undenkbar, niemals in diesem Jahrtausend.

… muss erst von den Palästinensern erfahren werden. Schwierig genug für diese vielen Strömungen unter ihnen.

Es ist ohnehin nicht mit raschen Erfolgen für ein friedliches miteinander zu rechnen. Aber mit gleichen, vergleichbaren Rechten ausgestattet zu werden, wäre eine wesentliche Voraussetzung dafür, diesen Konflikt einem Ende zuzuführen.
Und die einigen Nationen müssten die Geburtshelfer für diese epochale Anstrengung werden. Die dann darüber zu wachen haben, dass geopolitische Absichten diese Prozesse nicht unterlaufen.

Shalom

3 „Gefällt mir“

Auch „homogen“ ist bei einem Staatsvolk immer nur relativ zu sehen. Da gibt es so manche Volksgruppen, die miteinander auskommen müssen und dies i. Allg. auch hinbekommen. Und auch mit nationalen Minderheiten muss es keine Probleme geben. Hatte wohl schon mal die beiden Motorradfahrer erwähnt, die eines Sonntagsmorgen vor einem Schaufenster standen und sich in einer dem Russischen ähnlichen Sprache unterhielten. Das „Z“ auf ihren Nummernschildern stand übrigens für den damaligen Bezirk Cottbus, Das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Sorben und übrigen Deutschen funktionierte damals in der DDR und es funktioniert auch heute noch. Entscheidend ist der gute Wille auf beiden Seiten. Den Nationalstaat sollte man also nicht zu eng sehen, man sollte ihn aber auch nicht ad hoc durch ein multikulturelles Eiapopeia ersetzen wollen. Ich erinnere mal an den syrisch-stämmigen Autor, der sich mal über einige öffentlich Eis schlabbernde junge Frauen mokierte. Der hat das Recht, seine Meinung offen zu äußern. Ebenso nehme ich mir auch das Recht in Anspruch zu kontern: „Mensch, denn kiek doch weg!“

Einen Menschen oder eine Verhaltensweise nicht zu mögen, ist eine Sache. Wenn das aber in Hass ausartet und dieser Hass auch noch kultiviert wird, dann wird’s echt arg:

Die islamische Radikalisierung von Jugendlichen ist hier das Thema des Berliner Rundfunks 91,4. Die allerschlechteste Reaktion wäre, sich den Standpunkt einer der beiden Seiten voll und ganz zu eigen zu machen und obendrein noch Öl ins Feuer zu gießen. Aber auch zu beiden zu schweigen, ist Murks. Mit einem klaren, ehrlichen Statement macht man sich zwar nicht unbedingt Freunde, aber die Vernünftigen auf beiden Seiten werden es letztlich akzeptieren.

Auch ein festgefügtes Freund-Feind-Denken kann über Nacht zerbrechen. Meine Mutter (Jg. 1930) erzählte mir von der Indoktrination, der sie damals ausgesetzt war. Doch dann erlebte sie, wie die Nazibonzen die halbwüchsigen Jungs - ihre Schulkameraden - mit der Panzerfaust den Russen entgegenschickten, damit die sich selbst noch schnell gen Westen absetzen konnten. Meinem Urgroßvater gelang es noch, einige von ihnen in einem Stall des Bornimer Gutes am nördlichen Rand Potsdams zu verstecken.

Es bedarf einer Koalition der Vernünftigen auf allen Seiten. Und klarer Worte an die Ultras: „Wo wart ihr … , als die Hamas ihren Mordfeldzug startete?" Oder: "Was seid ihr nur für…, dass ihr die eigenen Leute daran hindern wollt, sich in Sicherheit zu bringen?“
(*nach eigenem Ermessen ergänzen), Um manche Konflikte ist es ruhig geworden, Das gibt Grund zur Hoffnung für den Nahen Osten. Andere sich jedoch neu aufgeflammt. Neuer Grund zur Sorge.

Kleine Korrektur: O. g. Clanchef heißt Arafat Abou-Chaker. Steht übrigens auch auf dem Schild vorn am denkmalgeschützten Tor.

3 „Gefällt mir“

Denken ist der entscheidende Faktor oder besser Multiplikator einer Friedenspolitik.
Jetzt bin ich wieder bei meinem alten Thema „Dummheit“.
Alle Handlungen sind in diesem Dilemma gefangen, eingegrenzt.
Erst wenn wir, die Menschen, auf das zurücksehen, was uns seit 300.000 Jahren zum erfolgreichen Anteil an der Natur gemacht hat, werden wir wieder in unserer Zukunft Erfolg haben, d.h. back to the roots. Mehr wir anstatt mehr ich.

3 „Gefällt mir“

Bianca, denken ist das Losungswort. Umfassend Denken. Das ist was uns Menschen die letzten 300.000 Jahre zum Teil der Natr gemacht. Erst mit der Sesshaftmachung kam Unfrieden auf. Mißgunst Neid und Krieg waren die Folgen,
Deshalb: Back to the Roots.
Mehr „wir“ istr das Losungswor für unser Zukunft.

1 „Gefällt mir“

Thomas, ein Nationalstaat hat nur kriegerische Konflikte generiert. Hierbei spielt die „Religion“ eine entscheidende Rolle. Damit wird zwangsläufig das wir gegen die impliziert.
Wer wortgläubig der Bibel, der Thora oder den Suren des Islam folgt ist „dumm“.
Er ist in seiner Blase gefangen.
Wir sind Teil der Natur, nicht mehrt und nicht weniger!

3 „Gefällt mir“

Ja. Die Diskussion liegt vielleicht auch an einer Unklarheit der Begriffe. Es ist nicht unumstritten in der Wissenschaft, was ein Staat überhaupt ist. Klar ist, dass es sie nicht schon immer gab, und dass es über hundertausende von Jahren, bis zur vollständigen Unterwerfung der Welt durch den europäischen Kolonialismus, immer Gruppen gab, die man nicht staatlich nennen kann und Gebiete, die keiner staatlichen Kontrolle unterstanden.Auch heute, und in eher zunehmendem Maße, gibt es Gebiete und Gruppen, in denen der jeweilige Staat nur sehr begrenzten Einfluss hat, Rojava z.B. oder das Gebiet der Zapatisten.

Staaten gibt es aber schon seit tausenden von Jahren, das römische Imperium z.B… Es gibt schon sehr lange Königreiche, aber auch das war nicht so absolut, wie wir uns das heute oft vorstellen. David Wengrow, Mitautor von Anfänge, hat in einem Interview gesagt dass er die ganzen Karten, die er aber mangels anderer auch verwendet, von antiken Königreichen irreführend findet, da sie eine klare Grenze und ein klar umrissenes Gebiet suggerieren das es nicht gab.

Selbst zu Zeiten der Völkerwanderung spielte ethnische Abstammung keine Rolle, das diese unruhige Zeit „Völkerwanderung“ heißt ist eine spätere Interpretation.

In „The Art of not beeing governed“ untersucht James C. Scott Hochlandgemeinschaften im Südost-Asien. Es sind nichtstaatliche Gesellschaften in den Bergen in einem Spannungsverhältnis zu den Staaten in den Tälern. Als die Briten das Gebiet eroberten waren sie von einer unglaublichen Fülle ethnischer Selbstbezeichnungen verwirrt, die sich auch noch je nach Gelegenheit änderten(!).

Bis vor etwa 200 oder 300 Jahren gab es sehr wohl Staaten, aber keine Nationalstaaten. Es wurde oft rechtlich unterschieden nach Etablierten und Zugewanderten, es wurden auch bestimmte Gruppen, in Europa z.B. die Juden, über Jahrhunderte als anders empfunden (woran sie selbst mit arbeiteten, es ist nicht so leicht eine kulturelle Identität als Minderheit über Generationen zu bewahren ohne trennende Mechanismen wie Heiratssitten). Aber die Idee, dass ein Staat ein Volk umfassen und repräsentieren würde hätte früher schlicht niemand verstanden.

In der Neuzeit, mit dem Kolonialismus, wuchs die Notwendigkeit zu rechtfertigen, warum bestimmte Menschen schlechter behandelt wurden als andere. Das hat es vorher natürlich auch gegeben, aber mit der Aufklärung und universalistischen Theorien war das eben nicht in Einklang zu bringen. Also wurde der Rassismus erfunden, die ethnische Zugehörigkeit gewann an Bedeutung.

Leider waren die führenden Staaten Europas aber gar nicht so homogen, Frankreich z.B. hatte eine Vielzahl von Sprachen aus verschiedenen Sprachfamilien, Bretonisch, Baskisch und Korsisch sind hier nur die bekanntesten. Mit der Idee des Nationalstaates kam die Abwertung und Unterdrückung der Sprecher aller anderen Sprachen außer dem Französischen. Die Hegemonie des Französischen wurde brutal durchgesetzt, Kinder in der Schule wurden z.B. geschlagen, wenn sie ihre Muttersprache sprachen (ein Muster, das auch in unzähligen Kolonien angewandt wurde (und wird), um deren Kulturen zu zerstören).

Wo immer ein Staatsgebiet eine einheitliche Sprache und Kultur beherbergt ist es das Ergebnis von Gewalt! Es ist natürlich kein Wunder, dass wir, die wir in diesen Gebilden aufgewachsen sind, glauben, dass ein Volk nur frei sein kann mit einem eigenen Staat. Aber das stimmt nicht, im Gegenteil. Kulturelle Gemeinschaften können eigenständig agieren unterhalb der Ebenen eines Staates, der das zulässt, aus eigenem Bestreben wie in Bolivien, oder weil er zu schwach ist wie in Mexiko und Syrien.

In Rojava gibt es eine wesentlich gedeihlichere Zusammenarbeit unterschiedlicher Ethnien als wohl im ganzen übrigen Nahen Osten. Die kurdische Widerstandsbewegung, die dafür maßgeblich verantwortlich ist, hat sich eben von der Idee eines kurdischen Nationalstaates abgewandt und verfolgt eine Selbstverwaltung für die Freiheit aller Ethnien. In einem Kriegsgebiet unter ständigem Beschuss durch NATO-Land Türkei.

2 „Gefällt mir“